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Barrierefreies E-Learning

Barrierefreies E-Learning: So funktioniert Weiterbildung für alle!

Liesa Huppertz
5. November 2020

E-Learning ist eine ideale Möglichkeit, Ihre Mitarbeiter sowohl orts- als auch zeitunabhängig zu fördern. Wir erklären Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie barrierefreies E-Learning so gestalten, dass es allen Mitarbeitern gleichsam zu Nutzen kommt.

Keine Lust zu lesen? Kein Problem! Hören Sie einfach unseren Blogcast:

 

In dem Video von Jimdo sehen Sie, wie Websites barrierefrei gestaltet werden können.

Gerade in Zeiten von Corona ist E-Learning ein wichtiges Thema geworden. Online-Kurse machen es zum Beispiel möglich, Mitarbeiter fortzubilden und ihnen neues Wissen anzubieten. Jedoch können Menschen mit Behinderungen nicht ohne Weiteres am E-Learning teilnehmen, da dieses nicht immer auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Bedingungen für barrierefreies Lernen gegeben sein müssen. Zudem erhalten Sie Tipps zur einfachen Erstellung von E-Learning Kursen.

Doch was genau ist mit barrierefreiem E-Learning gemeint? Lesen Sie hier die Definition, nach der wir Ihnen wertvolle Tipps für Lerninhalte geben.

Was ist barrierefreies E-Learning?

Beim Stichwort „barrierefrei“ denken die meisten zunächst an Rampen und behindertengerecht gestaltete Gebäude. Doch wie passt dies zum E-Learning, also dem Konsum von Online-Bildungsangeboten?

E-Learning-Kurse sind häufig nicht barrierefrei gestaltet. Ihr Design richtet sich an Menschen ohne Behinderung. Wenn jedoch Mitarbeiter eine Rot-Grün-Schwäche haben, die Buttons nicht gut erkennen können oder zum Beispiel nicht hören oder nicht sehen können, ist das E-Learning für sie nicht zugänglich.

Bei der Gestaltung von barrierefreiem E-Learning geht es daher darum, Standards zu erfüllen, die den Lerninhalt für alle Menschen zugänglich machen. Dafür bieten Sie Optionen wie Untertitel, Audios, einfache Sprache, verschiedene Schriftgrößen, Variation im Kontrast- und Farbdesign sowie ein responsives Design für Mobilgeräte an.

Auf diese Weise ist es möglich, die E-Learning-Inhalte auch Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen. Es handelt sich sozusagen um virtuelle Rampen, die den Zugang ermöglichen. Für die Gestaltung Ihrer Online-Fortbildungen sollten Sie an die folgenden Elemente denken:

  • Für Menschen mit einer Hörschädigung: Viele Kurse bestehen aus Videos und Audioinhalten. Denken Sie bei der Gestaltung daran, Untertitel und Skripte bereitzustellen, damit Menschen mit Hörschädigung die Audioinhalte nicht verpassen. Auch Videoaufnahmen mit einem Übersetzer für Gebärdensprache kommen in Frage.
  • Für Menschen mit einer Sehschwäche: Auch Bilder, Texte und grafische Navigationselemente sind im E-Learning ein wichtiger Bestandteil. Integrieren Sie daher Screenreader-Elemente für Softwares wie Alt-Texte für Bilder, verschiedene Kontraste und die Möglichkeit, die Schriftgröße zu verändern.
  •  Für Menschen mit einer anderen körperlichen Behinderung: Elemente wie Drag-and-Drop-Aufgaben sind sowohl für Menschen mit einer Sehschwäche als auch für Personen, die die Maus nicht ohne Probleme bedienen können, eine Herausforderung. Denken Sie beim Kursdesign daher daran, stets eine barrierefreie Variante zu den optischen Elementen zu bieten.
  • Für Menschen mit einer geistigen Behinderung: Nutzen Sie leichte Sprache und bieten Sie bei Bedarf eine verkürzte oder vereinfachte Version des E-Learning-Inhaltes an.

Statista-E-LearningDiese Umfrage von Statista aus dem Jahr 2018 zeigt, ob Unternehmen bereits E-Learning zur Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter nutzen.

Welche Herausforderungen birgt diese Art des Lernens?

Barrierefreies E-Learning ist in Deutschland ein wichtiges Thema, das bei weitem noch nicht überall umgesetzt wird. Nutzen Sie den Anlass, um sich durch barrierefreie Online-Kurse als Arbeitgeber von der Masse abzuheben und Ihre Mitarbeiter durch inklusive Angebote an sich zu binden.

Das Nachrüsten bestehender Lernmaterialien ist oft eher wenig effizient. Stattdessen sollten Sie Barrierefreiheit von Anfang an mitdenken, wenn Sie Lernmaterial konzipieren. So entstehen attraktive, leicht zu nutzende Kursinhalte, die sich für all Ihre Mitarbeiter gleichermaßen eignen.

Tipp:
Lassen Sie sich von Ihrem Experten für Integration und Barrierefreiheit im Unternehmen beraten. Auf Wunsch können Sie auch die Hilfe von Profis in Anspruch nehmen, um barrierefreies E-Learning umzusetzen.

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, sich in Menschen mit Handicap hineinzudenken. Gehen Sie daher in den Dialog, um herauszufinden, wie all Ihre Mitarbeiter E-Learning am besten nutzen können. Oft ist schon ein kurzes persönliches Gespräch sehr hilfreich, um die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu verstehen.

Indem Sie Ihre E-Learning-Inhalte von Anfang an barrierefrei gestalten, gehen Sie vielen Herausforderungen aus dem Weg. Dennoch handelt es sich um mehr Aufwand für Sie als Kursersteller, weshalb Sie mehr Zeit einplanen sollten. Beschäftigen Sie sich gut mit dem jeweiligen Learning Management System (LMS) und wechseln Sie bei Bedarf den Anbieter.

Tipp:
Die englischsprachige Studie „A Comparison of Learning Management System Accessibility“ aus dem Jahr 2013 vergleicht die barrierefreien Angebote von Lernanbietern wie Blackboard, Moodle, Desire2Learn und SAKAI. Wenn Sie einen dieser Anbieter nutzen, finden Sie in der Studie weitere Hinweise. Alternativ können Sie bei Google recherchieren, ob es Studien zu Ihrem Lernanbieter gibt.

Darüber hinaus sollten Sie bei der Entwicklung barrierefreier Lerninhalte gewisse Standards einhalten. Dies mag auf den ersten Blick eine Herausforderung darstellen, aber Sie werden bald sehen, dass die Standards sehr hilfreich sind.

Die folgenden Standards für Barrierefreiheit im Internet sind für Sie relevant:

  • Web Content Accessibility Guidelines (WCAG): Dieser internationale Standard für barrierefreie Webinhalte richtet sich an Web-Designer, ist aber auch für das E-Learning sehr relevant.
  • Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung: Diese deutsche Verordnung gilt zusätzlich. Sie dient dazu, die Europäische Richtlinie über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen umzusetzen.

Auf was müssen Sie bei der Erstellung von E-Learning-Kursen achten?

Dieses Erklärvideo des Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein zeigt, wie ein barrierefreies Video mit Lerninhalten aussehen kann.

Die Erstellung von barrierefreien Lerninhalten im Internet ist für alle Unternehmen ein wichtiges Anliegen. Mit etwas Übung gelingt es Ihnen und Ihrem Team schnell, Barrierefreiheit zu einem zentralen Bestandteil aller Überlegungen zu machen.

Achten Sie bei E-Learning-Kursen auf die folgenden Elemente, die jeweils barrierefrei gestaltet sein sollten:

  • Videos.
  • Audios.
  • PDFs.
  • Dokumente.
  • HTML.

Barrierefreie Videos

Barrierefreie Videos sind für das E-Learning zentral, da viele Inhalte per Video-Lektion übermittelt werden. Die folgenden drei Elemente sollten Sie hier stets beachten:

  • Barrierefreier Video-Player.
  • Hörbehindertengerechte Untertitelung.
  • Vermittlung visueller Informationen für blinde Menschen, etwa als Audiodeskription.

Videos eignen sich für Menschen mit verschiedenen Behinderungen. Anpassungen wie Untertitel, ein gemäßigtes Sprechtempo und Angebote in vereinfachter Sprache tragen zum Verständnis aller bei. Wenn Sie ein Drehbuch für Ihr Lernvideo haben, ist damit bereits ein großer Teil der Arbeit erledigt. Nutzen Sie einen Untertitel-Editor, um das Transkript hochzuladen und Untertitel einzublenden.

Neben der Vermittlung der Inhalte für Hörgeschädigte sollten Sie auch überlegen, wie Sie die Informationen an blinde oder visuell eingeschränkte Menschen weitergeben. Audiodeskriptionen sind sehr hilfreich. Zudem bieten viele Video-Player die Möglichkeit an, die Präsentation vorzulesen und eingeblendete Bilder oder Grafiken zu erklären.

Tipp:
Weitere Hinweise und Tipps für barrierefreie Videos finden Sie beim Projekt BIK für Alle.

Barrierefreie Audios

Bei Audios sollten Sie auf eine Transkription achten. Hörbehindertengerechte Transkriptionen bestehen aus Verschriftlichungen des gesprochenen Wortes. Dies muss nicht unbedingt 1:1 geschehen, aber alle wichtigen Audioinformationen sollten in Textform vorhanden sein.

Denken Sie daran, auch Hintergrundgeräusche oder zum Beispiel Lachen in Klammern anzugeben, um all Ihren Mitarbeitern einen guten Einblick in die Präsentation anzubieten. Wenn es verschiedene Sprecher gibt, sollten Sie diese klar voneinander trennen.

Am besten bieten Sie die Transkription im HTML-Format an. Dieses kann von allen gängigen Computern und Ausgabegeräten angezeigt werden. Den Link zur Transkription setzen Sie direkt neben die Audiodatei.

Barrierefreie PDFs

PDFs im barrierefreien E-Learning sind unverzichtbar. Diese können Sie mit gängigen Softwares selbst erstellen. Schon im Quell-Dokument, etwa bei Word, sollten Sie die wichtigsten Anforderungen für barrierefreie Dokumente erfüllen.

Beachten Sie unter anderem die folgenden Hinweise für barrierefreie PDFs:

  • Nutzen Sie die Formatvorlagen konsequent.
  • Legen Sie Alternativtexte für Bilder an.
  • Aktivieren Sie Links.
  •  Gestalten Sie das Layout mit Spaltenfunktion oder Textfeldern.
  •  Verzichten Sie auf wichtige Informationen in Kopf- und Fußzeilen.
  • Stellen Sie ein, dass Text mit OCR erkannt werden kann.
  • Wählen Sie den Kontrastmodus als Ausgabehilfe aus.
  • Achten Sie auf eine sinnvolle Navigationshilfe.
  • Geben Sie die Hauptsprache des Dokuments an.

Eine vollständige Liste zur Erstellung von barrierefreien PDFs und anderen Dokumenten finden Sie auf der Seite von Einfach für Alle.

Tipp:
Mit dem kostenlosen Tool PDF Accessibility Checker können Sie Ihr PDF auf den Standard UA (Universal Accessibility) überprüfen. Der Checker liefert einen ersten Eindruck zu den eventuell noch vorhandenen Barrieren im PDF. Umfassender testet das Matterhorn-Protokoll, das für menschliche Prüfer gedacht ist.

Barrierefreie Programmierung

checkliste-redimDie Agentur reDim zeigt in dieser Checkliste, worauf es bei der barrierefreien Programmierung ankommt.

Als Entwickler von E-Learning ist HTML Ihre Sprache. Diese weit verbreitete Programmiersprache ist barrierefrei zugänglich und daher ideal für die Programmierung von barrierefreiem E-Learning geeignet. Zum Beispiel sind Flash-Lerninhalte nicht barrierefrei, während HTML-basierte Outputs eher verständlich sind.

Grundlegende Anforderungen der Barrierefreiheit im Internet sind semantische Codes und Tastaturbedienbarkeit. Zudem sollten Sie Alternativen für Grafiken und Multimedia anbieten, Kontraste und Farben korrekt einstellen, eine Skalierbarkeit erlauben und auf die Linearisierbarkeit der einzelnen Seitenregionen achten.

Tipp:
Weitere Hinweise für Web-Designer finden Sie in diesem Beitrag zu den 7 Säulen des barrierefreien Webdesigns.

Zudem sollten Sie in jeder Phase des Entwicklungsprozesses testen, ob die Lerninhalte barrierefrei zugänglich sind. Auf diese Weise können Sie vorhandene Barrieren frühzeitig identifizieren und umgehen. Der oben verlinkte WCAG -Standard ist hier besonders wichtig.

Mit einem Tool wie W3C-Online-Tool (englischsprachig) oder der BIK BITV/WCAG-Selbstbewertung (deutschsprachig) können Sie alle Aspekte der Barrierefreiheit überprüfen. Auch ein Screenreader wie etwa der Open-Source Screenreader NVDA ist hilfreich für die Überprüfung von nicht-visuellem Inhalt im Internet.

Tipps zur Umsetzung von barrierefreiem E-Learning

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Die Bundesagentur für Arbeit hat gemeinsam mit Ernst & Young einen Preis für barrierefreies Lernen gewonnen, da sie ein Bildungsangebot zu einer neuen Schnittstelle didaktisch optimal entwickelt hat.

Für die Umsetzung von barrierefreiem E-Learning ist eine Weiterbildung sinnvoll. Überlegen Sie, wer in Ihrem Unternehmen für die Lerninhalte zuständig ist und entsprechende Kenntnisse zur Barrierefreiheit benötigt.

Alternativ können Sie mit einem Dienstleister für E-Learning-Angebote zusammenarbeiten. Deutschlandweit gibt es viele Anbieter, die Ihre Online-Kurse für alle Teammitglieder zugänglich machen. Idealerweise erstellen Sie so Lernskripte, die von allen genutzt werden können. Der Lerninhalt ist gleich, nur die Handhabung unterscheidet sich je nach Nutzer.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, barrierefreies E-Learning in Ihrem Unternehmen umzusetzen:

  • Lassen Sie sich von Experten beraten.
  • Erstellen Sie Lerninhalte, die von allen Mitarbeitern gleichermaßen genutzt werden können.
  • Denken Sie die Barrierefreiheit von Anfang an mit.
  • Treten Sie mit Ihren Mitarbeitern mit einer Behinderung in Kontakt, um zu erfahren, welche barrierefreien Methoden für sie am besten geeignet sind.

Da Barrierefreiheit im E-Learning noch recht wenig bekannt ist, sind Sie mit entsprechenden Angeboten direkt ein Vorreiter. Wir empfehlen Ihnen, die gewählten Maßnahmen nicht nur nach innen, sondern auch nach außen zu kommunizieren. So können Sie neue Kunden anwerben und Ihre Webauftritte auch für eingeschränkte Besucher optimieren, die nicht zum Team gehören.

Bedenken Sie auch, dass Barrierefreiheit im Unternehmen weit über das Thema E-Learning hinausgeht. Im digitalen Bereich sollten Sie sowohl auf Websites als auch in E-Mails und bei Präsentation stets auf diese wichtigen Elemente achten:

  • Wahrnehmbarkeit der Inhalte: Stellen Sie diese stets über zwei Sinneskanäle zur Verfügung, etwa visuell und auditiv.
  • Bedienbarkeit: Strukturieren und formatieren Sie die Inhalte korrekt, um auch eine Navigation mit alternativen Eingabegeräten zu ermöglichen.
  • Verständlichkeit: Neben dem Inhalt sollte auch die Bedienung gut verständlich sein, etwa durch alternative Bildbeschreibungen.
  • Robustheit: Gute Informationstechnologie sollte sowohl mit aktueller als auch mit zukünftiger Technik funktionieren. Wählen Sie daher gängige Programme, die mit den meistgenutzten Technologien kompatibel sind.

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