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E-Learning | 10 Minuten Lesezeit

Learners Journey: So gestalten Sie effektive E-Learnings.

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Autor Liesa Wieruch

07. Juli 2022

Herkömmliche unternehmensinterne Weiterbildungen werden von neueren, interaktiveren und langfristigeren Lernmethoden abgelöst und das Kreieren eines strukturierten Lernprozesses wird zu einer zunehmend größeren Herausforderung. Für diese gibt es eine geniale Lösung: Die Learners Journey. Was genau sich hinter dem Begriff verbirgt, lesen Sie jetzt.


So sieht E-Learning heute aus: Gamification, Interaktivität, Lernzielkontrollen.

Was ist die Learners Journey?

Weiterbildung im klassischen Sinn wird durch eine neue Art des Lernens ersetzt. Anstatt einmaliger Lehrveranstaltungen in Form von Präsenzunterricht wird heute auf innovative und nachhaltige Lernprozesse gesetzt. Aufgrund des komplexeren Aufbaus müssen Personalentwickler ihre Mitarbeiter:innen zuverlässig durch diesen Prozess führen und das gelingt mit der Learners Journey.

Die Learners Journey beschreibt anhand einer grafischen Darstellung die einzelnen Abschnitte, die Mitarbeiter:innen während des gesamten Lernprozesses ihrer Weiterbildung durchlaufen, um schlussendlich das gewünschte Lernziel zu erreichen. Somit wissen die Lerner:innen bereits im Vorhinein über den genauen Ablauf des Lernprozesses Bescheid, behalten stets den Überblick über den aktuellen Lernfortschritt und sind bestens darüber informiert, was wann und warum gelernt werden soll.

Mithilfe der Learners Journey, die zu Deutsch auch Lernpfad genannt wird, wird der Ablauf des Weiterbildungsvorgangs strukturiert dargestellt und die Mitarbeiter:innen über die Dauer der einzelnen Abschnitte und die verwendeten Lernmethoden aufgeklärt.

Erarbeitung der Learners Journey – Was gibt es zu beachten?

Nun wissen Sie bereits was ein Lernpfad ist, aber um eine Learners Journey erfolgreich zu erstellen, gibt es im Vorfeld einiges zu beachten. Was Sie berücksichtigen müssen, erfahren Sie in den folgenden Absätzen:

Die richtige Zielgruppe – Wer soll weitergebildet werden?

Eine gelungene Learners Journey dient dazu, den Lernenden einen optimalen Lernfortschritt zu ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, müssen Sie mit Ihrer Zielgruppe bestens vertraut sein und sie genau definieren. Nur so können Sie den Ablauf des Lernprozesses, die passenden Lernmethoden und die richtigen Lerninhalte auf Ihre Mitarbeiter:innen abstimmen und einen optimalen Lernerfolg garantieren.

Die Erstellung einer sogenannten Learner Persona liefert Ihnen wichtige Informationen über die Eigenschaften Ihrer Zielgruppe und hilft Ihnen dabei, einen perfekt abgestimmten Lernpfad zu erstellen.

Das Lernziel – Was soll gelernt werden?

Nach der erfolgreichen Analyse und Definition der Zielgruppe ist es an der Zeit, das gewünschte Ergebnis des Lernprozesses, also das Lernziel, festzulegen.

Um Ihre Mitarbeiter:innen erfolgreich weiterzubilden und ihnen das entsprechende Wissen zu vermitteln, muss im Vorhinein festgelegt werden, was genau gelernt werden soll. Dieser Schritt ist essenziell, da ansonsten das gewünschte Ergebnis der Weiterbildung nicht erreicht werden kann und wertvolle Ressourcen verschwendet werden. Für ein Schiff, das seinen Hafen nicht kennt, ist eben kein Wind ein günstiger.

Mit folgenden drei Schritten ist es möglich, das Lernziel präzise zu definieren und so eine effektive Learners Journey zu kreieren:

  1. Was sollen die Mitarbeiter:innen lernen? - Welches Wissen und welche Fähigkeiten benötigen sie, um die zukünftigen Aufgaben meistern zu können?
  2. Über welche Kenntnisse und welches Know-how verfügen die Weiterzubildenden bereits? - Worauf kann aufgebaut werden und was muss nicht mehr gelernt werden?
  3. Welches Wissen müssen die Lernenden noch erlangen? - Was fehlt noch, damit die Mitarbeiter:innen, die in Schritt eins festgelegten Aufgaben zuverlässig erfüllen können?

Moments of Truth – Woran erkennen Sie, dass alles nach Plan verläuft?

Ein weiterer wichtiger Stein im Fundament der Learners Journey sind die sogenannten „Moments of Truth", oder auf Deutsch „Momente der Wahrheit“. Das sind Momente innerhalb des Lernprozesses, an welchen Sie erkennen können, ob die Lernenden auch tatsächlich auf die Erreichung des Lernziels zusteuern, oder ob die gewählten Lernmethoden und -inhalte nicht zielführend sind.

Bauen Sie ein paar Moments of Truth in Ihren Lernpfad ein und Sie profitieren von einem Feedback-System, das Ihnen Aufschluss über die Effektivität des Lernprozesses gibt.

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Die Basis für eine hervorragende Learners Journey ist die Definition der Zielgruppe, des Lernziels und der „Moments of Truth“. Ist das geschafft, kann mit der Erstellung des eigentlichen Lernpfades begonnen werden. Wie das funktioniert und in welche drei Hauptabschnitte sich die Learners Journey gliedert, sehen wir uns jetzt genauer an.

Learners Journey – Mit drei Abschnitten zum Erfolg.

Der Grundstein für den perfekten Lernpfad ist inzwischen gelegt. Auf Basis der Zielgruppe und des Lernziels kann jetzt die Learners Journey in drei Schritten ausgestaltet werden.

Phase 1: Vorbereitung.

Der erste Abschnitt der Learners Journey dient der Vorbereitung der Mitarbeiter:innen auf das eigentliche Lernen.

Diese Phase beinhaltet die Aufklärung der Lernenden darüber, was gelernt und wofür das Gelernte später angewendet werden soll. Außerdem wird darüber informiert, mit welchen Lernmethoden gearbeitet wird, wie sich der Lernprozess gliedert, wie lange die einzelnen Abschnitte dauern und der aktuelle Wissensstand der Mitarbeiter:innen wird geprüft.

Phase 2: Lernen.

In dieser Phase wird den Weiterzubildenden das Wissen, welches vorher anhand des Lernziels ermittelt wurde, vermittelt.

Neben den Inhalten, die gelernt werden sollen, müssen Sie sich auch für die passenden Lernmethoden entscheiden. Dieser Schritt sollte präzise auf die Learners Persona bzw. die Zielgruppe und natürlich auch auf das Lernziel abgestimmt werden.

Eine optimal gestaltete Learners Journey berücksichtigt, dass die Weiterzubildenden eines jeden Unternehmens oder einer jeden Abteilung unterschiedlicher Lernpfade bedürfen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Dabei muss insbesondere auf den aktuellen Wissensstand sowie die Lebensumstände der Lernenden Rücksicht genommen werden.

Zudem benötigen verschiedene Lernziele verschiedene Lehrmethoden und daher können manche Inhalte besser digital vermittelt werden und für das Erlernen anderer Inhalte ist beispielsweise Präsenzunterricht erforderlich. Für einige Lernziele eignet sich Blended Learning, also eine Mischung aus Präsenz- und Onlineunterricht, am besten, um den Mitarbeiter:innen die gewünschte Fähigkeiten zu lehren. Die Wahl der richtigen Lernmethoden ist also eine themenspezifische Aufgabe.

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Phase 3: Transfer.

Um die Lernziele effektiv zu erreichen, muss das Gelernte auch praktisch in den Berufsalltag integriert werden. Diese Phase dient daher, den Übergang von theoretischem Wissen zur praktischen Anwendung zu unterstützen.

Den Mitarbeiter:innen sollte an dieser Stelle beigebracht werden, wie sie das neu Erlernte im Beruf tatsächlich anwenden können. Hier kommen die „Moments that Matter“ ins Spiel. Das sind im Prinzip Lernabschnitte, in welchen die Lernenden das Gelernte wirklich praktisch anwenden. Der Einsatz von Transferaufgaben, welche darauf abzielen, die neuen, theoretischen Fähigkeiten in die Praxis zu übertragen, ist ebenfalls eine empfehlenswerte Taktik, um den Mitarbeiter:innen den Übergang in die Praxis zu erleichtern.

Finalisieren der Learners Journey – Aus einzelnen Teilen entsteht ein Gesamtbild.

Der Lernpfad ist jetzt beinahe fertiggestellt. Es müssen nur noch die einzelnen Phasen zu einem großen Ganzen zusammengesetzt und die Dauer der einzelnen Abschnitte ergänzt werden.

Dadurch entstehen ein viel klareres Bild und ein deutlich strukturierterer Ablauf. Die Mitarbeiter:innen können so leichter den Lernfortschritt erkennen und profitieren von einem transparenteren Lernprozess.

Die unterschiedlichen Darstellungsmethoden der Learners Journey.

Damit der Lernpfad den Weiterzubildenden auch vermittelt werden kann, muss er zu Papier gebracht werden. Dafür gibt es mehrere Varianten, die unterschiedlich ausführlich sind und verschiedene Vor- und Nachteile aufweisen. Welche Darstellungsmethoden das sind, erfahren Sie in den folgenden Absätzen.

Darstellung ohne Zeitstrahl

Die einfachste Methode eine Learners Journey abzubilden ist die Darstellung ohne Zeitstrahl. Ein solcher Lernpfad könnte wie folgt aussehen:

Lernpfad ohne Zeitstrahl
So könnte ein Lernpfad ohne Zeitstrahl aussehen

So könnte ein einfacher Lernpfad ohne Zeitstrahl aussehen. Quelle: Blink.it

Diese Art der Veranschaulichung spart bei der Erstellung zwar etwas Zeit, enthält aber weniger Informationen und die Mitarbeiter:innen werden nicht über die genaue Dauer der einzelnen Abschnitte informiert. Der Lernpfad verliert ohne Angabe über die Zeit an Aussagekraft und die Planungssicherheit wird ebenfalls verringert, denn die Lernenden wissen anhand dieser Darstellungsform nicht, wie viel Zeit sie für die Vorbereitung und das Lernen an sich aufwenden müssen.

Für einfache Lernprozesse ist eine Learners Journey ohne Zeitstrahl oft ausreichend, für komplexere Lernvorgänge eignet sich jedoch ein Lernpfad mit genauen Zeitangaben besser.

Darstellung mit Zeitstrahl.

Die ausführlichere Variante der Learners Journey ist die Abbildung inklusive genauer Zeitangaben. Diese Form verfügt über einen deutlich höheren Informationsgehalt und bietet mehr Planungssicherheit. Die Mitarbeiter:innen profitieren von einem klaren, zeitlichen Ablauf und einem transparenteren Lernprozess.

Allerdings ist die Erstellung dieser Art des Lernpfades zeitintensiver und auch komplexer, denn das Abschätzen der Dauer der einzelnen Abschnitte gestaltet sich oft als schwierig. Dennoch ist die Learners Journey mit Zeitstrahl bei umfangreichen Weiterbildungen der Darstellung ohne Zeitangabe klar vorzuziehen.

Ein Beispiel für die Darstellung des Lernpfades mit Zeitstrahl ist folgendes:

Lernpfad mit Zeitstrahl
So könnte ein Lernpfad mit Zeitstrahl aussehen

So könnte ein Lernpfad mit Zeitstrahl aussehen. Quelle: Anna Langheiter

Die Vorteile der Learners Journey.

Die Learners Journey ist eine hervorragende Methode, um Lernprozesse transparent darzustellen und die Weiterzubildenden über den gesamten Lernvorgang zu informieren. Sie bietet viele Vorteile und welche das sind, werden wir uns jetzt gemeinsam ansehen.

  • Transparenterer Lernprozess – Die Mitarbeiter:innen wissen zu jeder Zeit genau Bescheid, was, wann und warum gelernt wird. Dies führt zu höherer Motivation der Lernenden und auch zu einem besseren Lernerfolg.
  • Mehr Planungssicherheit – Mithilfe der Learners Journey steht den Lernenden, aber auch dem Lehrer eine genaue Anleitung zur Verfügung. Sie kennen den exakten zeitlichen und inhaltlichen Ablauf, wodurch die Planung erleichtert wird.
  • Verbessertes Zeitmanagement – Aufgrund des Lernpfades ist es möglich, die Zeit für Vorbereitung, Lernen und Transfer effizienter zu nutzen und so Ressourcen zu sparen.
  • Klar ersichtlicher Lernfortschritt – Die Learners Journey macht aufgrund des transparenten Lernprozesses den Lernfortschritt offensichtlich.
  • Tiefgehende Kenntnisse – Der Lernpfad enthält im Gegensatz zu klassischen Weiterbildungen eine präzise ausgewiesene Transferphase. Dadurch findet ein Übergang von theoretischem Wissen auf praktisches Know-how statt.

Unterschiedliche Lernmethoden für den perfekten Lernpfad.

Alle Fähigkeiten und jedes Know-how haben unterschiedliche Ansprüche an den Prozess der Weiterbildung und können auf gewisse Arten und Weisen besser erlernt werden. Daher müssen für verschiedene Themen, verschiedene Lernmethoden angewandt werden, um einen maximalen Lernerfolg zu garantieren. In den folgenden Absätzen vermitteln wir Ihnen einen groben Überblick über die unterschiedlichen Lernmethoden:

Präsenzunterricht.

Der Präsenzunterricht ist der Klassiker des Lernens. Dabei unterrichtet eine Lehrkraft eine Gruppe von Weiterzubildenden direkt vor Ort. Diese Form des Lernens ist zwar altbewährt, weist jedoch einige Nachteile auf. Zum einen findet der Unterricht zu bestimmten Zeiten und an zuvor festgelegten Orten statt, wodurch die Flexibilität der Mitarbeiter:innen eingeschränkt wird. Zum anderen entstehen sowohl für die Lernenden als auch für das Unternehmen höhere Kosten. Dies ist auf die Anreise zum Schulungsort, sowie die Tatsache, dass ein Weiterbildungsort zur Verfügung gestellt werden muss, zurückzuführen.

Der größte Vorteil des Präsenzunterrichts ist die direkte Kommunikation zwischen Lehrer:innen und Lernenden. Sie ermöglicht es den Lehrenden besser auf die Weiterzubildenden einzugehen und Fragen ausführlicher zu beantworten. Zudem gibt es manche Fertigkeiten, die ausschließlich durch eine Präsenzveranstaltung gelehrt werden können. Das sind im Regelfall praktische Fähigkeiten, wodurch sich diese Form des Unterrichts besonders für die Transferphase eignet.

Onlineunterricht.

Im Gegensatz zum Präsenzunterricht wird der Onlineunterricht nicht an einem bestimmten Ort abgehalten. Die Mitarbeiter:innen können von zu Hause mit Hilfe eines Computers an der Lehrveranstaltung teilnehmen. Flexiblere Zeiteinteilung und geringere Kosten sind die Folge. Da die Weiterbildung vollkommen ortsunabhängig stattfindet, können vor allem internationale Unternehmen E-Learning zu ihrem Vorteil nutzen.

Der große Nachteil des Onlineunterrichts besteht darin, dass kein direkter und persönlicher Kontakt zwischen den Mitarbeiter:innen und den Lehrenden zu Stande kommt. Somit bleibt die Individualität häufig zurück.

Blended Learning.

Die richtige Entscheidung zwischen Online- und Präsenzunterricht zu treffen ist oftmals sehr schwierig und komplex. Es gibt jedoch die Möglichkeit beide Unterrichtsformen zu kombinieren. Dadurch können die jeweiligen Nachteile eliminiert werden, wobei die Vorteile beider Methoden gänzlich erhalten bleiben. Diese Mischform der Weiterbildung nennt sich Blended Learning und wie das genau aussieht, erfahren Sie in folgendem Video:

So sieht Blended Learning bei Microsoft aus.

Innovative Weiterbildung für mehr Erfolg im Unternehmen.

Personalentwicklung ist einer der wichtigsten Faktoren für den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens. Da sich die Weiterbildung der Mitarbeiter:innen in den letzten Jahrzehnten stark verändert hat, deutlich innovativer und auch komplexer wurde, ist es heute wichtiger denn je, den Lernprozess transparent zu gestalten. Nur so können effektive Weiterbildung und ein maximaler Lernerfolg sichergestellt werden. Mit der Learners Journey gelingt genau das. Der gesamte Ablauf des Lernprozesses wird einfach dargestellt, wodurch die Mitarbeiter:innen zu jeder Zeit wissen, was sie lernen und warum sie das tun. Aus dem klassischen, einmaligen Lernevent wird ein langfristiger und moderner Lernprozess, der mit Hilfe der Learners Journey effizient beschritten werden kann.

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