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elearning versus praesenzschulung

eLearning vs. Präsenzschulung – das sind die Unterschiede!

Liesa Huppertz
4. November 2019

Sie setzen eLearning bereits in Ihrem Unternehmen ein oder überlegen, in das Thema einzusteigen? Was ist mittlerweile alles möglich und welche Chancen ergeben sich für Ihr Unternehmen? Finden Sie es hier heraus!

Keine Lust zu lesen? Hören Sie stattdessen unseren Blogcast:


Dank Arbeit 4.0 ist das Thema Digitalisierung für Unternehmen mittlerweile unumgehbar. Die moderne Arbeitswelt ist flexibel, Führung wird zur Anleitung und Konzepte wie Freiwilligkeit und Freiraum werden immer wichtiger.

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Das IAP (Institut für Angewandte Psychologie) befragte 600 Fach- und Führungskräfte zum Thema Arbeitswelt 4.0.

Doch wie sieht es mit Digitalisierung im Bereich Weiterbildung und Schulungen aus? Verlassen Sie sich weiterhin auf Präsenzschulungen oder bieten Sie Ihren Mitarbeitern bereits eLearning an? Was genau beinhaltet eLearning eigentlich? Und welche Vorteile ergeben sich für Ihr Unternehmen?

Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

Hier ein Einblick in die Möglichkeiten des eLearning. Methoden wie Gamification, Interaktivität und Lernzielkontrollen sind möglich.

Lesen Sie in dem folgenden Artikel die Vor- und Nachteile von eLearning im Vergleich zur Präsenzschulung, und wie Sie aus beiden Konzepten das Beste für Ihr Unternehmen herausholen.

Zuerst: Die unterschiedlichen eLearning-Formate.

eLearning steht für “elektronisches Lernen” und beschreibt Lernmittel und -methoden, die mit digitalen Medien umgesetzt sind. Gerade jetzt, in diesem Moment, betreiben Sie eLearning! Sie lesen diesen Artikel auf einem digitalen Medium mit dem Ziel der Wissensaufnahme.

Lern- / Erklärvideos.

Eine Form von eLearning sind die sogenannten Erklärvideos. Sie erörtern (komplexe) Themen mit Hilfe von Animationen, illustrierten Grafiken und Sounds.

Wussten Sie, dass unser Gehirn Informationen aus Videos leichter als Informationen aus textbasierten Lernmaterialien verarbeitet?

Merke:
Dadurch, dass Video auch die auditive Wahrnehmung anspricht, steigt die Aufnahme an Information von 83% auf 94% (11% extra durch den Gehörsinn).

Gute Lernvideos basieren ebenso wie gute Präsenzschulungen auf einer perfekten Mischung aus visuellen und auditiven Reizen. Eine monotone Stimme schläfert bei beiden Formaten ein, beide Formate profitieren von Illustrationen und Grafiken zur Erklärung eines Themas.

Hier ein Beispiel für ein gelungenes Erklärvideo von Bayer zum Thema Compliance.

Während der Referent bei der Präsenzschulung mit Hilfe von Oberlichtprojektor, Whiteboard und Beamer erklärt, nutzen Erklärvideos Screencast, das Talking Head Format und Animationen.

Wo bleibt die Interaktivität?

Interaktivität ist bei Lernvideos tatsächlich zum Teil möglich. Sie können die Lerninhalte

  • (Teilweise) als Quiz gestalten.
  • Module je nach Input des Mitarbeiters präsentieren. Z.B. Den Schwierigkeitsgrad nach der Beantwortung von Fragen anpassen oder Sie bieten mehrere Videosequenzen zur Auswahl an.
  • Den Mitarbeiter die Reihenfolge wählen lassen, in der er sich die Inhalte anschaut.
  • Feedback und Fragen für die spätere Beantwortung aufnehmen.

Hier mehr zu interaktiven Videos.

Computer und Web Basierte Trainings.

Computer und Web Basierte Trainings, Abkürzungen CBT und WBT, sind softwarebasierte eLearning Formate. Sie bestehen in der Regel aus mehreren Modulen, die Lernvideos enthalten.

Hier ein Einblick in ein WBT von Lufthansa zur internationalen Schulung von Wartungspersonal.

CBT installieren Sie auf den Computern Ihrer Mitarbeiter, dedizierten Schulungs-Computern oder geteilten Systemen. WBT hingegen sind online über das Internet oder Intranet erreichbar.

Wenn Mitarbeiter CBT oder WBT zusammen durchlaufen, können Sie sich in einem Forum, einer Gruppe auf einem Social Media Kanal oder in Präsenzveranstaltungen austauschen und Fragen stellen.

Die Trainingsform eignet sich vor allem für die Vermittlung von Computerwissen. Soll der Mitarbeiter beispielsweise den Umgang mit Microsoft Excel lernen, kann er interaktiv Übungen mit dem Programm bearbeiten und die Inhalte so schneller verinnerlichen.

Intelligente Tutorielle Systeme (ITS).

Intelligente Tutorielle Systeme (ITS) gehen einen Schritt weiter im Bezug auf Interaktivität: Sie beziehen künstliche Intelligenz in die Lernsoftware mit ein!

Das Ziel von ITS ist es, gute menschliche Referenten zu ersetzen und zu übertreffen. Jedes ITS beinhaltet folgende drei Komponenten:

  • Student Model (Informationen über den Teilnehmer: Wissensstand, Lernverhalten, Grund der Schulung, …)
  • Expert Model (Wissen über das zu vermittelnde Thema)
  • Pedagogical Model (Verschiedene Ansätze, um Wissen zu vermitteln)

Joleen Liang von Squirrel AI spricht darüber wie und mit welchen Erfolgen sie künstliche Intelligenz in Lernsoftware einsetzen.

Das obige Video gibt einen Einblick in den Einsatz von ITS auf dem chinesischen Markt. In deutschen Unternehmen finden die Systeme, bis auf Projekte an Universitäten, noch keinen großflächigen Einsatz.

eLearning vs. Präsenzschulung: Vor- und Nachteile.

Kommen wir jetzt zu dem Vergleich zwischen eLearning und Präsenzschulung.

Wir starten mit den Vorteilen der Präsenzschulung und gehen danach in die Vorteile des eLearning über. So erhalten Sie einen guten Überblick, welches Format sich für welches Szenario am besten eignet.

Die Vorteile der Präsenzschulung.

Ein ganz großer Vorteil von Präsenzschulung: Der Referent kann die Schulung auf den Wissensstand der Teilnehmer anpassen. Er erhält beispielsweise vor der Schulung eine Information, was und in welcher Tiefe behandelt werden soll, oder er fragt an dem Termin selbst die Teilnehmer.

Klassisch bei einer Präsenzschulung ist die Begrüßungsrunde. Jeder Teilnehmer stellt sich vor, beschreibt was er von der Weiterbildung erwartet und welche Erfahrung er bereits mit dem Thema gemacht hat. Ausgehend von diesen Informationen ist der Referent in der Lage die Schulung individuell zu gestalten.

Durch die individuelle Gestaltung kann Wissen zum Beispiel speziell auf einen Betrieb und dessen Branche vermittelt werden. Der Referent nennt Beispiele, die sich die Teilnehmer gut vorstellen können. Des Weiteren können Teilnehmer und Referent zusammen realistische Anwendungsfälle, Probleme und Lösungen diskutieren.

Tipp:
Das gelernte Wissen in einer Präsenzschulung können die Teilnehmer direkt auf den Kontext der eigenen Arbeit beziehen und sich mit anderen Teilnehmern darüber austauschen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Gruppendynamik. Eine Präsenzschulung steht und fällt mit dem Input der Teilnehmer. Die Teilnehmer verhelfen sich gegenseitig zu neuen Wegen, die Schulungsmaterialien zu verstehen und im Beruf anzuwenden. Der Teilnehmer kann nicht nur auf das Wissen des Referenten, sondern auf das der gesamten Gruppe zurückgreifen.

Teilnehmer aus unterschiedlichen Unternehmen können beisteuern, wie das Thema in ihren Unternehmen gehandhabt wird, und Punkte für das eigene Unternehmen mitnehmen. Referenten steuern ebenfalls eigene Erfahrung und die vorangegangener Teilnehmer bei. Es ergibt sich ein Pool aus praktischen Tipps und Tricks.

Ilja Grzeskowitz über die Kraft eines guten Netzwerkes und strategische Allianzen.

Ein weiterer Punkt, der bei Präsenzschulungen im Vordergrund steht, ist das Netzwerken.

Sie können neue Kontakte knüpfen und alte pflegen. In der Regel gibt es gemeinsame Pausen, ein gemeinsames Mittagessen, eventuell sogar einen gemeinsamen Ausklang.

Kontakte knüpfen ist bei eLearnings mit online Community möglich, jedoch weniger intensiv als auf einer Präsenzschulung.

Im Idealfall sorgt die Gruppendynamik der Teilnehmer oder der Referent ebenfalls dafür, dass die Teilnehmer motiviert und konzentriert bei der Sache bleiben. Bei einem eLearning können Sie eventuell nicht kontrollieren, wie gewissenhaft Jemand mit der Schulung umgeht.

Wenn es um ein wichtiges Thema geht, bei dem Fehler im Nachhinein Teuer werden können, liefert Ihnen eine Präsenzschulung eine kontrollierte Lernumgebung. Ein Beispiel hierfür ist eine Schulung zum Thema DSGVO für Mitarbeiter einer Firma im Bereich Webentwicklung.

Manche Themen eignen sich ausschließlich für Präsenzschulungen.

Ein Beispiel ist ein Seminar zu Rhetorik und Präsentationstechnik. Die Inhalte können als Lernvideo vermittelt werden, aber erst die Praxis und das Feedback in einer Präsenzschulung runden die Erfahrung ab.

Die Vorteile des eLearning.

Eine Studie des statistischen Bundesamts hat ergeben, je größer der Betrieb, desto größer die Chance, dass dort Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden.

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Das statistische Bundesamt zeigt, dass von den Befragten Unternehmen mit 1000 und mehr Mitarbeitern, 100% Lehrveranstaltungen einsetzen.

Woher kommt die Differenz? Der Hund liegt in den Kosten begraben. Schulungen sind teuer, hinzu kommen Anreise, Übernachtungskosten und Spesen. Der Vorteil des eLearning ist, dass Sie das Training von jedem Ort aus absolvieren können.

Die Ortsunabhängigkeit spart Reisekosten und -zeit, und ermöglicht es Mitarbeitern von verschiedenen Standorten an dem gleichen Training teilzunehmen. Ist eine wichtige Schulung beispielsweise nur in Deutschland, und nicht in Bulgarien verfügbar, können Mitarbeiter in Bulgarien das Training digital erhalten.

Dadurch, dass jeder Teilnehmer exakt die gleiche Schulung durchläuft, haben Sie mit eLearning außerdem den Vorteil, dass Sie 100% kontrollieren welches Wissen vermittelt wurde. (Es sei denn Sie setzen auf interaktive Formate). Sie können sich sicher sein, dass wichtige Inhalte auch wirklich besprochen wurden. Und sich dies am Ende von dem Teilnehmer digital bestätigen lassen.

Andre Deimann von der NP Nüsse Arbeitssicherheit GmbH spricht über den Einsatz von eLearning zur Schulung von Fachkräften im Bereich Arbeitssicherheit.

Wie obiges Video widerspiegelt, können nicht alle Unternehmen ihre Mitarbeiter für den Zeitraum einer Präsenzschulung freistellen. Die Schulung findet deswegen an einem Samstag statt, was nicht bei allen Mitarbeitern auf Begeisterung stößt.

Der Vorteil von eLearning ist, dass es zeitunabhängig stattfinden kann. So ist es dem Mitarbeiter möglich, das Training zu einem für ihn günstigen Zeitpunkt durchzuführen. Eventuell sogar von zu Hause aus. Sie steigern so die Motivation und Lernbereitschaft im Vergleich zu einer Präsenzveranstaltung an einem Samstag!

Tipp:
Gerade bei Berufen mit Fachkräftemangel möchten Sie für die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter sorgen. Erreichen Sie mit eLearning angenehmere Schulungszeiten.

Arbeitszeit geht ebenfalls verloren, wenn Inhalte für den Teilnehmer doppelt oder nicht relevant sind. Außerdem können Fragerunden eine Weiterbildung in die Länge ziehen mit Themen, die nicht jeden betreffen. Interaktive eLearning Formate bieten Ihnen die Möglichkeit Wissen speziell auf eine Person zugeschnitten zu vermitteln.

Ob Sie erwarten können, dass ein Mitarbeiter eine Schulung in seiner Freizeit absolviert, hängt von Ihrer Unternehmenskultur und der jeweiligen Situation ab. Es ist jedoch grundsätzlich möglich.

Ein mögliches Szenario: Ein Mitarbeiter bittet Sie um eine Weiterbildung, die seine Fähigkeiten verbessert und seinen beruflichen Werdegang vorantreibt. Sie können den Mitarbeiter aktuell nicht entbehren, bieten aber an für die Schulung aufzukommen, wenn er sie neben seiner Arbeit absolviert.

Mit eLearning hat der Teilnehmer in der Regel zusätzlich die Möglichkeit, das Modul mehr als einmal zu durchlaufen.

Ist er in einer Präsenzschulung unkonzentriert, hat einen schlechten Tag erwischt oder leidet unter Sauerstoffmangel in dem Schulungsraum, verpasst er wichtige Inhalte. Gerade bei Weiterbildungen mit einer anschließenden Zertifizierung eignet sich eLearning zum Lernen für den anschließenden Test. Aber auch als Nachschlage-Möglichkeit im Joballtag.

Der letzte Vorteil des eLearning ist dessen Skalierbarkeit. Haben Sie einmal ein Lernvideo für die Schulung neuer Mitarbeiter erstellt, können Sie es fortan für alle neuen Mitarbeiter nutzen. Ebenso können Sie ein eLearning mit einfachen Mitteln konzernweit ausrollen.

Aus schwarz und weiß wird grau: Blended Learning.

Blended Learning kombiniert eLearning mit Präsenzschulung. Es ist ein Mischkonzept und kann die Vorteile beider Bildungsansätze vereinen.

Ein Beispiel für ein Blended Learning Konzept:

  • Eine Schulung startet mit einer Präsenzschulung, alle Teilnehmer werden von dem Referenten abgeholt.
  • Die Schulung beinhaltet eLearning-Module am eigenen Laptop.
  • Im Nachgang sollen weitere Module alleine bearbeitet werden.
  • Nach der eLearning Phase im Alleingang, treffen sich alle Teilnehmer um abschließend Fragen zu klären.

Monika Markoff spricht auf der TEDx Ithaca College über Blended Learning und die Chancen für die schulische Bildung.

Ein interessantes Zitat aus dem obigen Video: “Technology won't replace teachers. Teachers who don't use technology will be replaced by those who do.”

eLearning macht Inhalte einer Präsenzschulung flexibler (wann und wo sie absolviert werden können) und schafft 1:1 Teilnehmer-Referent Situationen. Der Referent ist in dem Fall die Software. Teilnehmer können interaktiv mit dem Lernvideo, oder der Lernsoftware, umgehen und sich bei Fragen bei dem Referenten melden.

Fazit der Debatte eLearning vs. Präsenzschulung.

Wissen ist fast unbegrenzt online erhältlich, und das zu jedem Zeitpunkt. Firmen erwarten von ihren Mitarbeitern im heutigen Zeitalter lebenslanges Lernen. eLearning bietet Möglichkeiten, dieses Wissen orts- und zeitabhängig zu erwerben.

eLearning löst jedoch nicht die Präsenzschulungen ab, sondern fließt viel mehr in das Konzept des Blended Learnings über.

Einen einfachen Einstieg in eLearning zugeschnitten auf Ihr Unternehmen bieten Lern- und Erklärvideos. In unserem Guides Erklärvideo – Alles was Sie wissen müssen, erfahren Sie mehr zu dem Thema.

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