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E-Learning | 11 Minuten Lesezeit

10 Fragen, die Sie sich vor einer Entscheidung zum digitalen Lernen stellen sollten.

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Autor Liesa Wieruch

27. Oktober 2022

Digitales Lernen, ja oder nein? Diese Entscheidung will gut überlegt sein. Prüfen Sie, wie gut Ihr Unternehmen bereits aufgestellt ist und was zur perfekten Umstellung noch fehlt.

Zum digitalen Lernen gehören alle Lernformate, die digitale Medien einbeziehen. Dazu zählen zum Beispiel Lernvideos, Lernspiele, Online-Kurse und Webinare. Der Begriff digitales Lernen wird häufig auch als E-Learning bezeichnet.

Dem E-Learning gegenüber steht die klassische Präsenzveranstaltung. Zum Lernen treffen sich Teilnehmer:innen in einem Schulungs- oder Konferenzraum. Der oder die Vortragende erklärt oder zeigt Inhalte auf, Anwesende hören zu und stellen Fragen. Zwischendurch folgen Übungsaufgaben, später vielleicht ein Test.


Was ist mit dem digitalen Lernen alles möglich? – lassen Sie Mynd Einblicke zeigen.

Das E-Learning bietet Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, den Lernprozess noch weiter zu verbessern. Über das digitale Lernen räumen Sie Ihren Mitarbeiter:innen Freiräume ein, selbständig in ihrem eigenen Tempo zu lernen.

Mithilfe von regelmäßigen, kurzen Lernmodulen können Sie das Lernen sogar als Teil des Arbeitsalltags etablieren.

Am Ende profitieren beide Seiten von der verbesserten Lernkultur – Unternehmen und Mitarbeiter:innen.

Die Vorteile des digitalen Lernens sind:

  • Vielfältige Lernformate integrieren sich in jeden Arbeitsalltag.

  • Ein Lernmanagement für alle mit Überblick.

  • Selbstständiges Lernen im eigenen Tempo steigert den Lernerfolg.

  • Schnelle Anpassungen der Lerninhalte sind möglich.

  • Der Lernfortschritt und -erfolg kann gemessen werden. Die Motivation und das Erfolgserlebnis steigen. Führungspositionen können Mitarbeiter:innen ideal fördern und vorbereiten.

Wenn Sie vor der Entscheidung der Einführung eines E-Learnings stehen, beginnen Sie am besten mit einem Workshop. Bringen Sie Personen verschiedener Abteilungen zusammen. Schätzen Sie den Bedarf ein und lernen Sie, was Ihre Mitarbeiter:innen benötigen.

Die folgenden Fragen helfen Ihnen bei der Planung!

#1 Passt das E-Learning zu Ihrem Arbeitsalltag?

Starten Sie mit der Bedarfsanalyse. Welche Tätigkeiten üben Ihre Mitarbeiter:innen aus? Welche Fähigkeiten und welches Wissen benötigen sie dafür?

Werfen Sie einen Blick auf die Geschäftsziele. Wie tragen die unterschiedlichen Teams und Abteilungen zu deren Erreichung bei? Anschließend überlegen Sie, was “besseres Personal” ausmachen würde. Wie sieht “besser” im Einzelfall aus? Welche Soft-Skills können Mitarbeiter:innen lernen und wie bleiben sie mit ihrem Wissen immer auf dem neuesten Stand?


Micro Learning
– mit E-Learning-Häppchen zum Erfolg!

Als erstes stellen Sie so fest, wie das Lernen in Ihrem Unternehmen künftig funktionieren soll – in kleinen Häppchen und ständig oder in größeren Etappen.

Manche Jobs sind zum Beispiel so schnelllebig, dass Mitarbeiter:innen am Ball bleiben müssen. Ein tägliches Lernvideo oder eine kleine E-Learning-Einheit eignen sich hier perfekt. Andere Jobs sind relativ konstant. Es bedarf hin und wieder einer Schulung, die über einen Online-Kurs oder ein Webinar stattfinden kann.

​​E-Learning in Ihrem Unternehmen – diese Einsatzgebiete gibt es »

Bei Modell eins müssen Mitarbeiter:innen die Chance haben, das E-Learning in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Sie benötigen Flexibilität und ein gutes System, um den Lernfortschritt im Blick zu behalten. Bei dem zweiten Modell werden Mitarbeiter:innen für den Zeitraum des E-Learnings freigestellt, sei es ein halber Tag oder eine Woche.

Sie überlegen also zum einen, welche Art des Lernens Sie einführen möchten. Zum anderen besprechen Sie, wie sich das digitale Lernen realistisch in den Arbeitsalltag der Personen integrieren lässt.

#2 Benötigen Sie ein Lern-Management-System?

Anschließend folgt der Blick auf das Lern-Management-System (LMS). Ein LMS erleichtert Ihnen das Lernmanagement! Sie sehen hier alle Kurse, Module, Lernvideos und andere Lerninhalte auf einen Blick.

Mitarbeiter:innen erhalten eine Art Inhaltsverzeichnis, nach und nach werden Punkte abgearbeitet. Den Fortschritt sehen sie auf der Plattform. Vorgesetzte verwalten Benutzerdaten und stecken Lernziele.


Learning Insights erklärt die wichtigsten Punkte – so könnte Ihr Lern-Management-System aussehen.

Stehen bei Ihnen nur einzelne Themen an, die Sie digital gestalten möchten, können Sie ohne LMS beginnen. Die Datenschutzschulung soll beispielsweise ab sofort online stattfinden? Kein Problem. Beginnen Sie mit diesem Projekt.

Ein Lern-Management-System lohnt sich, wenn Sie eine erfolgreiche Lernkultur in Ihrem Unternehmen etablieren möchten. Projekt 1 nach der Entscheidung für digitales Lernen könnte also auch die Einführung eines LMS sein.

Lesen Sie alles Wichtige über das Lern-Management-System (LMS) »

Als nächstes betrachten Sie die Lernumgebung der Lernenden:

#3 Ist Ihr Arbeitsplatz für das digitale Lernen vorbereitet?

Wo soll das digitale Lernen später stattfinden: Etwa von Zuhause aus dem Home Office, am festen Arbeitsplatz im Büro, von unterwegs zum Beispiel in der Kantine oder im Schulungsraum?

Damit das E-Learning später erfolgreich ist, muss die richtige Umgebung zum Lernen geschaffen werden.

Digitales Lernen von zu Hause aus? Ihre Mitarbeiter im Home Office unterstützen? So geht's! »

Sensibilisieren Sie die Teilnehmer:innen zum Beispiel mit einem Erklärvideo oder einer Infografik mit Text. Der Arbeitsplatz sollte frei von Chaos sein. Ferner müssen Ablenkungen vermieden werden.

Das beginnt mit der richtigen Terminsetzung. Personen, die ständig erreichbar sein müssen, legen Termine für das Lernen in Ihrem Kalender fest. Blockieren Sie Zeitfenster zum digitalen Lernen!


JustSayEleanor zeigt die Strukturierung des Alltags am Beispiel Google Calendar – und damit, wie wichtig eine gute Zeitplanung im Home Office ist.

Die Termine erinnern Sie an das Lernen. Gleichzeitig werden Sie als Person für Kollegen und Kolleginnen als “Beschäftigt” oder ”Bitte nicht stören” angezeigt. Ein Problem ist also beseitigt, sie werden nicht von anderen abgelenkt. Wer sein E-Learning auf dem Handy im Café absolviert, nutzt einfach Kopfhörer, um zu zeigen: Ich bin beschäftigt.

Und damit sind wir auch schon beim nächsten wichtigen Störfaktor: Das Smartphone! Sie erhalten Nachrichten und Benachrichtigungen, schweifen auf Social Media und andere Apps ab. Dabei sollte zum Zeitpunkt des Lernens jedoch die volle Konzentration herrschen.


Störfaktor Handy adé – so hilft Ihnen die Forest App. (Der Wissensarbeiter)

Eine Möglichkeit ist, dies mithilfe einer App umzusetzen. In der Forest App legen Sie zum Beispiel die Lernzeiten fest. Starten Sie den Timer, beginnt ein Baum zu wachsen. Die App verhindert, dass Sie zu anderen Apps abschweifen. Gelingt Ihnen das regelmäßige Lernen, wächst Ihr Wald.

Als Alternative kann zum Zeit-Tracking auch Toggl Track genutzt werden oder Cuckoo. In Cuckoo wechseln Sie von Konzentrationsphasen zu Pausen und sorgen so für die optimale Lernumgebung mit Freiräumen.

#4 Wie werden Sie Pausen einlegen und Freiraum schaffen?

Es gilt also, Störfaktoren aus dem Lernumfeld zu beseitigen – seien es Kolleg:innen, visuelles Chaos oder digitale Benachrichtigungen.

Ein wichtiger Punkt beim digitalen Lernen sind ebenfalls die Lernpausen. Oben haben wir Tools besprochen, die Pausen und Arbeitszeiten setzen und somit ermöglichen.

Vorab muss jedoch besprochen werden, was im Arbeitsalltag realistisch ist. Wie viele Stunden am Tag arbeitet der oder die Mitarbeiter:in. Wie viel Zeit könnte für das Lernen abgezweigt werden? Falls das Lernen in größeren, zusammenhängenden Blöcken stattfinden soll, wie viele Pausen sollten Sie berechnen?


Projekte leicht gemacht erklärt die Pomodoro-Technik fürs Lernen: So arbeiten Sie fokussiert.

Die bekannte Pomodoro-Technik schlägt zum Beispiel ein Verhältnis von 25 Lern-Minuten zu 5 Minuten Pause vor. Nach vier Lerneinheiten wird eine größere Pause von 15-20 Minuten gemacht.

Wenn Sie planen, Ihr eigenes E-Learning aufzusetzen, richten Sie sich am besten nach einer solchen Lerntechnik. Ist es Zeit für eine Pause, erscheint eine Meldung für die Teilnehmer:innen auf dem Bildschirm und ein Timer gibt an, wann es weitergehen soll.

#5 Existieren Zugangsvoraussetzungen für das E-Learning?

Je nachdem, was die Mitarbeiter:innen lernen sollen oder möchten, können Zugangsvoraussetzungen für das digitale Lernen existieren. Eventuell müssen sie einen Schulabschluss vorweisen oder eine Weiterbildung.

Damit E-Learning für alle zugänglich ist: Barrierefreies E-Learning: So funktioniert Weiterbildung für alle! »

Findet das E-Learning außerhalb des Unternehmens statt, müssen Sie überprüfen, welche Voraussetzungen es für Teilnehmer:innen zu erfüllen gilt. Und nach dem Kurs senden Sie die Bescheinigungen und Zeugnisse ein.

Produzieren Sie Ihr eigenes E-Learning, kann es Sinn machen, den Zugang zu beschränken. Das hängt ganz von dem Thema ab, welches Sie vermitteln möchten. Welche Vorkenntnisse werden benötigt?

Hierbei können Anstelle von Abschlüssen und Zertifikaten die Voraussetzungen auch mit einem Test abgefragt werden. Die Punktzahl im Test entscheidet, ob die Person bereit für das E-Learning ist.

#6 Wie können Sie Meilensteine festhalten?

An dieser Stelle erkennen Sie vielleicht, dass Meilensteine wichtig sind. Wenn Module und Kurse aufeinander aufbauen, sollte eine Dokumentation vorliegen, welche die Person bereits abgeschlossen hat, so motivieren Sie Ihre Mitarbeitenden.

Das Setzen und Tracken von Zielen hilft außerdem bei der Motivation. Lernende können so ihren Erfolg selbst kontrollieren und bleiben am Ball. Eine Möglichkeit ist, die Ziele im Mitarbeitergespräch zu besprechen. Eine andere Option ist, die Ziele für alle Mitarbeitenden ähnlicher Positionen automatisch per E-Mail zu versenden.


So funktioniert die automatische Berichterstattung – behalten Sie den Lernfortschritt im Auge mit TalentLMS!

Vorgesetzte profitieren ebenfalls von einem Tracking des Lernfortschritts. Sie können erkennen, wenn Probleme mit dem Lernen auftreten und entsprechend reagieren. Zusätzlich wissen Sie, welche Aufgaben Sie Personen aufgrund von Vorwissen und absolvierten Trainings zutrauen können.

Jetzt müssen Sie als Unternehmen nur noch entscheiden, wo die Meilensteine der Lernenden dokumentiert werden sollen. Wenn es an zentraler, übersichtlicher Stelle geschehen soll, entscheiden Sie sich für ein Lern-Management-System. E-Learning-Abschlüsse, erlernte Fähigkeiten und Wissen lassen sich ebenfalls im Personenprofil auf der Intranetseite eintragen.

#7 Wie werden Sie die Inhalte zum digitalen Lernen erstellen?

Die nächste Überlegung betrifft die digitalen Lerninhalte an sich! Werden Sie Mitarbeiter:innen an externen Kursen teilnehmen lassen oder möchten Sie das Lernmaterial selbst erstellen?

Beauftragen Sie eine professionelle Videoagantur mit der Erstellung Ihrer Lernvideos oder geht die Verantwortung an Ihre Mitarbeiter:innen über? Falls Sie letzteres wählen, müssen Sie zusätzliches Personal einstellen?

Für das Erstellen von digitalen Kursen haben Sie die Option, ein Authoring Tool (Autorentool) zu verwenden. Diese Software hilft Ihnen dabei, das E-Learning per Baukastenprinzip zusammenzustellen. Sie müssen Bestandteile wie ein Quiz, Übungsaufgaben oder einen Test zum Beispiel nicht selbst programmieren.


iSpring stellt 9 kostenfreie Authoring Tools vor: So helfen diese beim Erstellen eines E-Learnings.

Die Entscheidung, wie Ihre digitalen Lernmaterialien und Kurse später aussehen sollen, bestimmt, welche Tools und welche Expertise Sie zur Erstellung benötigen.

#8 Planen Sie, Präsenzunterricht zu integrieren?

Vor der Entscheidung zum digitalen Lernen sollte Ihnen außerdem bewusst sein, dass es keine Entweder-oder-Entscheidung sein muss. Viele Unternehmen kombinieren Präsenzveranstaltungen und E-Learning. Der Ansatz wird Blended Learning genannt.

Sie haben die Möglichkeit, einzelne Bestandteile Ihrer bestehenden Präsenzschulungen zu digitalisieren und nach und nach zu dem digitalen Lernen zu wechseln. Eine Kombination aus beiden Ansätzen liefert den Teilnehmer:innen sowohl Flexibilität und Zeit zum Selbststudium als auch Termine zum Fragenstellen und ein Gefühl des Miteinanders.

#9 Wie holen Sie Feedback zu Ihrem Konzept des digitalen Lernens ein?

Aus allen bereits besprochenen Fragen erstellen Sie ein Konzept zum digitalen Lernen. Das Vorhaben sollte für alle klar sein und später dokumentieren werden. Anschließend geht es an das Einholen von Feedback.

Beziehen Sie die Personen ein, die später an den E-Learnings teilnehmen sollen. Fühlen sich diese frühzeitig gehört, klappt die Einführung später besser. Sie erhalten zusätzlich wertvolle Einblicke, was noch an dem Konzept verbessert werden kann und sollte. Denn es werden auch Ihre Mitarbeitenden sein, die später das E-Learning verwenden müssen.

#10 Wer ist verantwortlich für die Überwachung der Lernkultur im Unternehmen?

Zu guter Letzt benötigen Sie eine, einen oder mehrere Verantwortliche für die Überwachung der Lernkultur im Unternehmen. Bei Fragen zum Lernmanagement ist diese Person oder Abteilung die Anlaufstelle für die Mitarbeitenden und Vorgesetzten.


Worauf kommt es bei einer erfolgreichen Lernkultur an? Michael Kobbeloer gibt eine Einschätzung in seinem TED x Talk.

Zusätzlich helfen Sie Ihnen bei und nach der Entscheidung zum digitalen Lernen, um die Chance zu nutzen, die Lernkultur in Ihrem Unternehmen langfrisitig zu verbessern.

Fazit: Starten Sie mit Ihrem digitalen Lernen.

Das digitale Lernen bietet eine Vielzahl an Vorteilen für Unternehmen und Angestellte. Gesenkte Kosten, Flexibilität und ein übersichtliches Lernmanagement sind nur einige davon. Vor der endgültigen Entscheidung gilt es, ein paar Überlegungen anzustellen und im Vorhinein einige Entscheidungen zu treffen. Trommeln Sie das Team zusammen und starten Sie Ihren Ideenfindungsprozess.

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Niklas Von Nathusius

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